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Sonstige Schlüsselkräfte

Drittstaatsangehörige Personen, die auf Grund ihrer Qualifikationen eine Stelle als Schlüsselkraft in einem Unternehmen einnehmen sollen, können eine Rot-Weiß-Rot – Karte für zwölf Monate beantragen, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Das Unternehmen zahlt das gesetzlich festgelegte Mindestentgelt:
    • für über 30-Jährige: € 2.916 (2016) brutto pro Monat zuzüglich Sonderzahlungen
    • für unter 30-Jährige: € 2.430 (2016) brutto pro Monat zuzüglich Sonderzahlungen
  • Das Arbeitsmarktservice (AMS) kann dem Unternehmen keine gleich qualifizierten Arbeitskräfte, die beim AMS arbeitsuchend vorgemerkt sind, vermitteln (Arbeitsmarktprüfung).
  • Nach den folgenden Kriterien werden mindestens 50 Punkte erreicht:

Zulassungskriterien für Schlüsselkräfte

Punkte

Qualifikation

maximal anrechenbare Punkte: 30

abgeschlossene Berufsausbildung oder spezielle Kenntnisse oder Fertigkeiten* in beabsichtigter Beschäftigung

20

allgemeine Universitätsreife

25

Abschluss eines Studiums an einer tertiären Bildungseinrichtung mit dreijähriger Mindestdauer

30

Ausbildungsadäquate Berufserfahrung

maximal anrechenbare Punkte: 10

Berufserfahrung (pro Jahr)

Berufserfahrung in Österreich (pro Jahr)

2

4

Sprachkenntnisse

maximal anrechenbare Punkte: 15

Deutschkenntnisse zur elementaren Sprachverwendung auf einfachstem Niveau (A1 Niveau) oder

Englischkenntnisse zur selbständigen Sprachverwendung (B1 Niveau)

10

Deutschkenntnisse zur vertieften elementaren Sprachverwendung (A2 Niveau) oder

Englischkenntnisse zur vertieften selbständigen Sprachverwendung (B2 Niveau)

15

Alter

maximal anrechenbare Punkte: 20

bis 30 Jahre

bis 40 Jahre

20

15

Summe der maximal anrechenbaren Punkte:

75

Zusatzpunkte für ProfisportlerInnen und ProfisporttrainerInnen

20

erforderliche Mindestpunkte:

50

 * Schlüsselkräfte, die über spezielle Kenntnisse oder Fertigkeiten verfügen, müssen keinen formellen Bildungsabschluss nachweisen, z.B. MusikerInnen, DesignerInnen, ProfisportlerInnen.

Wo ist der Antrag zu stellen?

Die Rot-Weiß-Rot – Karte ist entweder vom Antragssteller oder der Antragsstellerin persönlich bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft oder Konsulat) des Heimatstaates bzw. des Staates in dem der/die AntragstellerIn niedergelassen ist oder vom potentiellen Arbeitgeber bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland (Landeshauptmann bzw. ermächtigte Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) zu beantragen. Gemeinsam mit dem Antrag ist auch eine Arbeitgebererklärung vorzulegen.

Personen, die visumsfrei nach Österreich einreisen dürfen oder bereits einen gültigen Aufenthaltstitel haben, können den Antrag auch direkt bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland (Landeshauptmann bzw. ermächtigte Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) stellen.

Praxisbeispiel „Sonstige Schlüsselkräfte“

Ein Unternehmen möchte einen Director of Sales beschäftigen, es
hat für die konkrete Stelle am inländischen Arbeitsmarkt keine
geeignete Person gefunden. Der kanadische Bewerber für
diese Position ist 43 Jahre alt, Akademiker und verfügt über
9 Jahre Berufserfahrung. Seine Muttersprache ist Englisch.

Er erhält 30 Punkte für den Studienabschluss, 10 Punkte
für seine Berufserfahrung und 15 Punkte für Sprach-
kenntnisse. Weil er über 40 Jahre alt ist, erhält
er keine Punkte für das Alter. Da er mit 55 Punkten
die erforderliche Mindestpunkteanzahl von 50
überschreitet, kann er die Rot-Weiß-Rot – Karte
beantragen.

Bild zur Verfügung gestellt von der WKÖ

Welche Dokumente sind vorzulegen?

Für die Erteilung des Aufenthaltstitels sind insbesondere folgende Dokumente vorzulegen:

  • gültiges Reisedokument (z.B. Reisepass)
  • Geburtsurkunde oder ein entsprechendes von Österreich anerkanntes Dokument
  • Lichtbild, das nicht älter als ein halbes Jahr sein darf (Größe: 45x35mm)
  • Nachweis einer ortsüblichen Unterkunft (z.B. Mietvertrag, bestandsrechtlicher Vorvertrag  oder Eigentumsnachweis)
  • Nachweis über eine Krankenversicherung, die alle Risiken abdeckt (Pflichtversicherung oder eine entsprechende Versicherungspolizze)
  • Nachweis des gesicherten Lebensunterhalts (Lohnzettel, Lohnbestätigungen, Dienstverträge, Bestätigungen über Versicherungsleistungen, Nachweis über Pensions-, Renten oder sonstige Versicherungsleistungen, Investitionskapital oder eigenes Vermögen in ausreichender Höhe)

Für die Prüfung der einzelnen Kriterien nach dem Punktesystem (siehe oben) sind folgende Dokumente vorzulegen:

1.   Qualifikation

Berufsausbildung

  • Zeugnis oder Diplom der abgeschlossenen Berufsausbildung

Spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten

  • Dienst- oder Ausbildungszeugnis und Arbeitsbestätigung

Universitätsreifenachweis (Matura, Abitur)

  • Zeugnis über einen Schulabschluss, der der allgemeinen Universitätsreife entspricht

Studienabschluss

  • Urkunde über den erfolgreichen Abschluss eines dreijährigen Studiums an einer Universität oder einer anderen tertiären Bildungseinrichtung
  • Nachweis über den Status der Universität oder anderen tertiären Bildungseinrichtung

2.   Ausbildungsadäquate Berufserfahrung

  • Dienstzeugnisse und Arbeitsbestätigung

3.   Sprachkenntnisse

  • Sprachdiplom oder Kurszeugnis, das Deutschkenntnisse auf A1 oder A2-Niveau oder Englischkenntnisse auf B1 oder B2-Niveau des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen nachweist.
    Diplome und Zeugnisse über Deutschkenntnisse können insbesondere an folgenden Instituten erworben werden: ÖSD, Goethe-Institut, Telc GmbH, Österreichischer Integrationsfonds.
    Als Nachweis von Englischkenntnissen werden insbesondere folgende Diplome und Zeugnisse anerkannt: Cambridge Certificate, TELC-Zertifikat, IELTS-Sprachdiplom, TOEIC-Sprachdiplom, TOEFL-Sprachdiplom.

4.   ProfisportlerIn oder ProfisporttrainerIn

  • Dienstzeugnis und Arbeitsbestätigung

5.   Arbeitgebererklärung nach dem AuslBG  

Hinweis:
Die genannten Urkunden und Nachweise sind im Original und in Kopie vorzulegen. Die Behörde kann zur besseren Prüfung verlangen, dass die Dokumente auf Deutsch oder Englisch übersetzt werden oder zu beglaubigen sind.

Wann wird eine Rot-Weiß-Rot – Karte ausgestellt?

Die Aufenthaltsbehörde leitet den Antrag samt der vorgelegten Unterlagen an das Arbeitsmarktservice (AMS) weiter. Das AMS prüft, ob

  • die erforderlichen Mindestpunkte erreicht sind
  • die Entlohnung der gesetzlichen Mindesthöhe (siehe oben) entspricht
  • für die Stelle keine gleichqualifizierte arbeitsuchend vorgemerkte Arbeitskraft vermittelt werden kann.

Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, übermittelt das AMS der Aufenthaltsbehörde eine Bestätigung und die Aufenthaltsbehörde stellt die Rot-Weiß-Rot – Karte aus, sofern die allgemeinen Voraussetzungen (wie ortsübliche Unterkunft, Krankenversicherungsschutz usw.) erfüllt sind. Wird dem Antrag stattgegeben, so teilt dies die Vertretungsbehörde dem/der Fremden mit. Visumpflichtige AntragstellerInnen müssen sodann ein Visum D zur Einreise nach Österreich und zur Abholung des Aufenthaltstitels beantragen.

Die Rot-Weiß-Rot – Karte berechtigt zur befristeten Niederlassung und zur Beschäftigung bei dem im Antrag angegebenen Unternehmen.

Wann wird eine Rot-Weiß-Rot – Karte plus ausgestellt?

Schlüsselkräfte mit einer Rot-Weiß-Rot – Karte können bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland (Landeshauptmann bzw. ermächtigte Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) eine Rot-Weiß-Rot – Karte plus beantragen, wenn sie innerhalb der letzten zwölf Monate zumindest zehn Monate unter den für die Zulassung maßgeblichen Voraussetzungen beschäftigt waren.

Die Prüfung wird vom Arbeitsmarktservice (AMS) durchgeführt. Die Rot-Weiß-Rot – Karte plus berechtigt zur befristeten Niederlassung und zum unbeschränkten Arbeitsmarktzugang.

Nähere Informationen zur Rot-Weiß-Rot – Karte plus finden Sie hier.

Weitere Informationen und nützliche Links

Gebühren

  • Gebühr für die Rot-Weiß-Rot – Karte: € 100
  • Personalisierungskosten (Abnahme Foto und Unterschrift): € 20

Formulare

Gesetze und Grundlagen

Links

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