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Blaue Karte EU

Drittstaatsangehörige Personen können eine Blaue Karte EU erhalten, wenn sie

  • ein Hochschulstudium mit dreijähriger Mindeststudiendauer abgeschlossen haben,
  • ein verbindliches Arbeitsplatzangebot für mindestens ein Jahr in Österreich erhalten haben und die Beschäftigung ihrer Ausbildung entspricht,
  • für die Beschäftigung ein Jahresgehalt erhalten, das mindestens das 1,5-Fache des durchschnittlichen Bruttojahresgehalts von Vollbeschäftigten beträgt (2017: € 59.718  Bruttojahresgehalt, das sind rund € 4.266 brutto/Monat zuzüglich Sonderzahlungen) und 
  • das Arbeitsmarktservice (AMS) kann dem Unternehmen keine gleich qualifizierten Arbeitskräfte, die beim AMS arbeitsuchend vorgemerkt sind, vermitteln (Arbeitsmarktprüfung).

Für die Blaue Karte EU ist kein Punktesystem vorgesehen.

Wo ist der Antrag zu stellen?

Die Blaue Karte EU ist entweder vom Antragsteller oder der Antragstellerin persönlich bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft oder Konsulat) des Heimatstaates bzw. des Staates in dem der/die AntragstellerIn niedergelassen ist oder vom potentiellen Arbeitgeber bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland (Landeshauptmann bzw. ermächtigte Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) zu beantragen. Gemeinsam mit dem Antrag ist auch eine Arbeitgebererklärung vorzulegen.

Personen, die visumsfrei nach Österreich einreisen dürfen oder bereits einen gültigen Aufenthaltstitel haben, können den Antrag auch direkt bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland (Landeshauptmann bzw. ermächtigte Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) stellen.

Hinweis:
Wenn Sie sich im Behördenverfahren vertreten lassen möchten, beachten Sie bitte, dass Ihre österreichische Vertretung eine entsprechende Befugnis besitzen muss. Anderenfalls muss die Vertretung abgelehnt werden.

Welche Dokumente sind vorzulegen?

Für die Erteilung des Aufenthaltstitels sind insbesondere folgende Dokumente vorzulegen:

  • gültiges Reisedokument (z.B. Reisepass)
  • Geburtsurkunde oder ein entsprechendes von Österreich anerkanntes Dokument
  • Lichtbild, das nicht älter als ein halbes Jahr sein darf (Größe: 45x35mm)
  • falls erforderlich:

    • Heiratsurkunde
    • Urkunde über Ehescheidung
    • Partnerschaftsurkunde
    • Urkunde über die Auflösung der eingetragenen Partnerschaft
    • Urkunde über die Adoption
    • Nachweis oder Urkunde über das Verwandtschaftsverhältnis
    • Sterbeurkunde

  • Nachweis über eine Krankenversicherung (Pflichtversicherung oder eine entsprechende Versicherungspolizze)
  • Nachweis eines Studienabschlusses mit dreijähriger Mindestdauer:

    • Urkunde über den erfolgreichen Abschluss des Studiums
    • Nachweis über den Status der Universität oder anderen tertiären Bildungseinrichtung (Informationen zur Anerkennung von Studienabschlüssen finden Sie hier.)

  • Arbeitgebererklärung nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG)
Hinweis:
Die genannten Urkunden und Nachweise sind im Original und in Kopie vorzulegen. Die Behörde kann zur besseren Prüfung verlangen, dass die Dokumente auf Deutsch oder Englisch übersetzt werden oder zu beglaubigen sind.

Wann wird eine Blaue Karte EU ausgestellt?

Die Aufenthaltsbehörde leitet den Antrag samt der vorgelegten Unterlagen an das Arbeitsmarktservice (AMS) weiter. Das AMS prüft, ob

  • ein Studium mit dreijähriger Mindestdauer abgeschlossen wurde
  • die Entlohnung der gesetzlichen Mindesthöhe (siehe oben) entspricht
  • für die Stelle keine gleichqualifizierte arbeitsuchend vorgemerkte Arbeitskraft vermittelt werden kann.

Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, übermittelt das AMS der Aufenthaltsbehörde eine Bestätigung und die Aufenthaltsbehörde stellt die Blaue Karte EU aus, sofern die sonstigen Voraussetzungen (mit Ausnahme eines Rechtsanspruches auf eine ortsübliche Unterkunft und ausreichender Existenzmittel) erfüllt sind. Wird dem Antrag stattgegeben, so teilt dies die Vertretungsbehörde dem/der Fremden mit. Visumpflichtige AntragstellerInnen müssen dann ein Visum D zur Einreise nach Österreich und zur Abholung des Aufenthaltstitels beantragen.

Die Blaue Karte EU berechtigt zu einer befristeten Niederlassung und Beschäftigung bei einem bestimmten Arbeitgeber und wird für 24 Monate ausgestellt.

Wann wird eine Rot-Weiß-Rot – Karte plus ausgestellt?

InhaberInnen einer Blauen Karte EU können bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland (Landeshauptmann bzw. ermächtigte Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) eine Rot-Weiß-Rot – Karte plus beantragen, wenn sie innerhalb der 24 Monate zumindest 21 Monate unter den für die Zulassung maßgeblichen Voraussetzungen beschäftigt waren.

Die Prüfung wird vom Arbeitsmarktservice (AMS) durchgeführt. Die Rot-Weiß-Rot – Karte plus berechtigt zur befristeten Niederlassung und zum unbeschränkten Arbeitsmarktzugang.

Nähere Informationen zur Rot-Weiß-Rot – Karte plus finden Sie hier.

Weitere Informationen und nützliche Links

Gebühren

  • Erteilungsgebühr: € 100 (€ 80 bei Antrag, weitere € 20 bei Erteilung)
  • Personalisierungskosten (Abnahme Foto und Unterschrift): € 20

Formulare

Gesetze und Grundlagen

Links

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